|
Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bühlau |
1902 - 1931
1932 - 1958
1959 - 1970
1971 - 1989
1990 - 2001
Die Jugend
Frauenlöschgruppe
Fahrzeuge
Wehrleiter
| 1. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Über das Feuerlöschwesen in Bühlau ist bis zur Gründung einer Freiwilligen
Feuerwehr im Jahr 1901 wenig bekannt. Obwohl der Ort durch verheerende Kriege
der früheren Jahrhunderte und deren Auswirkungen betroffen war, sagt die Chronik
über Brandbekämpfung oder andere Hilfeleistungen nichts aus. Aus den Unterlagen
des Stadtarchives Dresden geht für den Vorort Bühlau lediglich hervor, dass sich
schon 1808 ein steinernes Spritzenhaus vor dem Grundstück Quohrener Straße 17
und 19 befand. Es ist anzunehmen, dass auch vor dieser Zeit geeignete Bürger und
Handwerker nach den schon im Mittelalter bestehenden Feuerlöschordnungen
verpflichtet wurden, bei Feueralarm tatkräftig mitzuhelfen, um Brände zu
löschen. Weiterhin heißt es in den genannten Unterlagen, dass 1818 die Bühlauer
Feuerspritze repariert wurde und das man später(1899) zur Aufbewahrung der
Feuerleiter ein Leiterhaus gegenüber dem Grundstück Quohrener Straße 42
errichtete. Dieses deutete darauf hin, dass zumindest im 19. Jahrhundert ein
Feuerlöschtrupp existierte. 1. ein Hauptmann ( Hugo Schild, Schlossermeister) 2. ein Steigerzugführer ( Hugo Illgen, Maurer & Zimmerermeister) 3. ein Spritzenzugführer ( Max Mildner, Tischlermeister) Die Ausrüstung bestand einzig und allein aus einer 4- rädrigen Saug und
Druckspritze mit tiefhängendem Wasserkasten( Zylinderwände 110 mm), die später
mit einer Pferdebespannung komplettiert wurde, 405 m Schlauchleitung, 2
Hakenleitern, 5 Anstellleitern sowie einen handgezogenen Hydrantenwagen. Für die
Bereitstellung der Pferde verpflichtete man dazu Bauern der Ortschaft Bühlau.
Ende des Jahres 1901 verfügte die Wehr über 3 Hauptmänner, 1 Feldwebel, 1
Sektionführer, 6 Mann Steiger, 16 Mann Druckleuten und 3 Signalisten. Es war
damit zu rechnen, dass sich in kürzester Zeit sowohl der Personalbestand erhöht
als auch die Ausrüstung für die Feuerwehr erweitert werden muss. Deshalb wurde
schon im Herbst des Gründungsjahres ein neues Spritzenhaus auf dem Grundstück
Quohrener Straße 30 erbaut und der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. 1902
errichtete man hinter diesem Spritzenhaus einen neuen Steigerturm.
Beide Bauten entstanden unter tatkräftiger Mithilfe der Bühlauer
Feuerwehrkameraden. Die Uniformen der Wehrmitglieder bestanden aus grauen
Leinwandjacken mit schwarzen Knöpfen und weißen Hosen, so wie in ganz
Deutschland üblich war. Die Spritzenmannschaften trugen einfache Lederhelme und
die Rettungsmannschaften Pickelhauben. Fußübung 2
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2. Die Entwicklung der jungen Wehr zu einer starken Einsatzgruppe | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wie die Zeugnisse aus der damaligen Zeit ausweisen, qualifizierte sich die Bühlauer Wehr in den folgenden Jahren nach ihrer Gründung zu einer verlässlichen Feuerlöschgruppe. Die durchgeführten Einsätze bewiesen, das die Kameraden in der Lage waren, die anstehenden Aufgaben in dem immer größer werdenden und sich zum Kuraufenthaltsort entwickelnden Bühlau zu bewältigen. Es konnten Brände erfolgreich bekämpft und Hilfeleistungen jeglicher Art durchgeführt werden. Auch für die weitere Umgebung des Ortes war die Bühlauer Wehr zuständig. Die Einsätze wurden in Brandberichten festgehalten. Im Fischerschen Grundstück des Ortes Weißig wurde am 8. Juni 1902 gemeinsam mit anderen Wehren ein Gebäudebrand gelöscht. Trotz des relativ langen Anrückewegs war in diesem Fall die Bühlauer Feuerwehr als erste am Einsatzort und konnte demzufolge auch als erste Löschwasser bereitstellen. Auch Übungen im größeren Umfang wurden mit verschiedenen Wehren und Rettungsdiensten vorbereitet, durchgeführt und bewertet. Der Personalbestand der Wehr wuchs zunehmend und die Ausrüstung
musste ständig erweitert werden. Geselligkeit wurde unterstützt durch eine
eigene Musikkapelle, die nicht nur zu Feuerwehranlässen auftrat, sondern auch
bei gegebenen Anlässen innerhalb und außerhalb Bühlaus, wie z.B. beim
"Vogelschießen", bei Stiftungs- und Familienfesten und bei verschiedenen
Veranstaltungen im und vor dem Kurhaus Bühlau spielte. Bald merkte man, dass das
Spritzenhaus auf der Quohrener Straße nicht mehr den ständig wachsenden
Anforderungen entsprach. Außerdem lag das Gebäude
für
Bühlau mit seinen Ortsteilen Neubühlau und Grund sehr dezentralisiert. Am 29.
Juni 1914 wurde deshalb mit dem Neubau eines Feuer- Das Emblem der nunmehr Städtischen Freiwilligen Feuerwehr Bühlaus wurde in Anlehnung an das Ortswappen neu gestaltet und zierte die Fahne und eine Anstecknadel für die FFw. Als Ausrüstung standen dem Steigerzug eine mechanische ausziehbare Leiter zur Verfügung und die Wehr konnte sich später in Folge der Eingemeindung Bühlaus zur Stadt Dresden im Jahre 1921 durch weitere moderne Gerätschaften präsentieren. Dazu zählte vor allem die erste Motorspritze Modell "Siegerin" von 1927. Aus dem Jahresbericht von 1927 geht z.B. hervor, dass die Bühlauer Wehr erfolgreich die Großfeuer in Weißig (Scheunenbrand am 18. März), auf der Quohrener Straße 29 (Scheunenbrand am 13. August) und im Rittergut Helfenberg (Großfeuer am 15. September) bekämpfte. Die eigentliche Modernisierung wurde aber durch die Bereitstellung eines neuen Fahrzeuges am 19. Dezember 1931 eingeleitet. Mit diesem 50 PS Mercedes konnten die körperlichen Anstrengungen der Kameraden stark vermindert werden und man war bedeutend schneller am Einsatzort als mit der pferdegezogenen Spritze.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 3. Die Freiwillige Feuerwehr Bühlau während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Im Jahr 1936 begann die Neuordnung des gesamten Feuerlöschwesens
in Deutschland. Alle Freiwilligen Feuerwehren wurden infolge des
Reichsluftschutzgesetzes in den Luftschutz einbezogen und arbeiteten nach einer
neu beschlossenen Satzung. Die Feuerwehrleute erhielten neue einheitliche
Uniformen sowie neue Dienstgradbezeichnungen und führten ihre Dienste nach einer
militärischen Ordnung durch. Des Weiteren wurde die Wehr beim Amtsgericht
Dresden in das Vereinsregister eingetragen. Dies traf selbstverständlich auch
alles für die FFw Bühlau zu, so das in der Vorkriegszeit ihre gesamte
Dienstdurchführung insbesondere auf den Luftschutz ausgerichtet war. Die
Alarmierung zu Luftschutzübungen wurde im Gegensatz zur gewöhnlichen Alarmierung
durch dreimalige Sirenenabläufe vorgenommen. Danach hatten sich alle aktiven
Mitglieder zur Einteilung für Wehraufgaben, gemäß eines Besetzungsplanes,
einzufinden. Anschließend erfolgte der Abmarsch mit entsprechenden Gerätschaften
und Ausrüstungsgegenständen zu einem der 4 Luftschutzbezirke, in denen dann
gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr die Einsatzaufgaben zu erfüllen waren. Diese
Verfahrensweise galt auch bei benachbarten Städtischen Feuerwehren, wie weißer
Hirsch und Loschwitz. Die Alarmbereitschaft wurde später durch einen gesonderten
Befehl des Feuerpolizeiamtes aufgehoben. Trotzdem konnte der Dienstbetrieb der
FFw Bühlau innerhalb der neuen Feuerschutzpolizeiverordnung zunächst noch
vollständig aufrecht erhalten werden. Das schlägt sich beispielsweise auch in
der Bereitstellung eines Fahrers für den sgn. Waldbrandwagen des Forstamtes
nieder. Die Verantwortlichkeit für den Brandschutz in der Dresdner Heide wurde
damit erhöht. Eine Lähmung der Aktivitäten brachten jedoch die Kriegsjahre. Mitte des Jahres 1939 wurden viele aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bühlau zur Wehrmacht eingezogen. Die noch am Ort verbliebenen Kameraden wurden alle mit Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939, einschließlich der gesamten Ausrüstung und des Fahrzeuges, vorübergehend zum Sicherheits- und Hilfsdienst verpflichtet und an verschiedenen Einsatzorten in der Stadt Dresden stationiert (z.B. in der Wache Löbtau und Nieritzstraße oder im Waldschlößchen). Dadurch musste der gesamte Dienstbetrieb der Feuerwehr im Ort Bühlau eingestellt werden. Eventuelle Brandeinsätze wurden von der Berufsfeuerwehr übernommen, obwohl diese wegen des langen Anfahrtsweges viel später am Einsatzort eintraf. Ende 1939 bis Anfang 1940 kamen zwar die Kameraden mit dem eigenen Feuerwehrfahrzeug und den Ausrüstungen von den verpflichteten Orten zurück, standen aber vielfach durch die sofortige Einberufung zur Wehrmacht nicht mehr der Feuerwehr zu Verfügung. Ein ordnungsgemäßer Dienstablauf und eine Einsatzbereitschaft der Wehr war daher während der gesamten Kriegsjahre nicht mehr gewährleistet. Außerdem diente ein Großteil der Räumlichkeiten des Gerätehauses weiterhin dem Kindergarten Bühlau. In den Wirren der ersten Tage nach Kriegsende wurden die gesamten Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände sowie das Inventar der Feuerwehr aus dem Gerätehaus geplündert und das Fahrzeug der Feuerwehr aus dem Gerätehaus entwendet. An eine Dienstaufnahme der Wehr in den Jahren 1945/46 war absolut nicht zu denken, zumal sich die meisten Feuerwehrkameraden auch noch in Kriegsgefangenschaft befanden. Somit wurde auf Beschluss des Rates der Stadt Dresden der Dienstbetrieb der Freiwilligen Feuerwehr Dresden- Bühlau am 30. April 1946 eingestellt. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 4. Der Neuaufbau der FFw Bühlau ab 1959 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Am 7. November 1958 fanden sich 10 junge Bürger Bühlaus zusammen, um eine einsatzfähige Wehr wieder aufzubauen. Dazu gehörten Werner Hölzel, Jürgen Grüttmöller, Herbert Illgen, Kurt Illgen, Manfred Jacob, Rudolf Kretschmar, Karl Heinz Rath, Klaus Stryj, Helmut Thiele und Wolfgang Veollmer. Wenige Zeit später wurden die Kameraden Siegfried Däbritz, Dieter Eckhardt, Siegfried Feitenhansl, Heinz Fleischer, Walter Furkert, Werner Hofmann, Günther Köhn, Werner Müller, Gerhard Porsche, Horst Schmoll, Hans Schurig, Alfred Trepte, Axel Vogt und Wolfgang Woidt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bühlau. Zur Ausführung der Ausbildung übergab der Rat der Stadt Dresden einen Schulungsraum und eine Fahrzeughalle im Gerätehaus Bühlau( der Hauptteil der Räumlichkeiten im Feuerwehrhaus war an die Polizei Dresden als Gästehaus vergeben), eine Handzug- Tragkraftspritze mit vollständiger Ausrüstung sowie Kleingerät und persönliche Ausrüstungsgegenstände für die Kameraden. Das Ausbildungsniveau wurde ständig durch Schulungen unter Leitung der Berufsfeuerwehr und durch erfahrene Kameraden der neu aufgebauten Wirkungsbereichsleitung( Vereinigung der Ortschaften Nieder- und Oberpoyritz, Pillnitz, Söbrigen, Hosterwitz und Bühlau, die später als Dresden Ost 1 benannt wurde) sowie durch Besuche von Gruppenführer- und Maschinistenlehrgängen in der Berufsfeuerwehr erhöht. Immerhin konnte zur ersten Überprüfung der Wehr am 6. September 1959 der FFw Bühlau für ihre Einsatzbereitschaft und ihre erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie für die innere Ordnung und die Pflege der Gerätschaften von der Wirkungsbereichsleitung die Note "Gut" vergeben werden. Es wurden im Jahr 1959 insgesamt 1420 Dienstunden geleistet und dabei das erworbene Wissen im Vorbeugendem Brandschutz und bei ersten Einsätzen angewandt. Schwerpunktobjekte im Einsatzbereich waren vor allem Objekte der Land- und Viehwirtschaft und die Dresdener Heide diesseits der Radeberger Straße. Die geographische Lage des Ortes Bühlau mit den stark unterschiedlichen Höhenlagen( Oberdorf Quohren und Bühlauer Grund), erforderte besondere Leistungen und Anstrengungen. Mit dem übergebenen TSA- Handzugwagen war es kaum möglich in angemessener Ausrückezeit den entsprechenden Einsatzort zu erreichen. Deshalb wurde schon im Folgejahr 1960 vom Rat der Stadt Dresden die Ausrüstung spürbar vervollständigt. Es wurde ein Löschfahrzeug LF 25, allerdings stark reparaturbedürftig, Kleinwerkzeug sowie persönliche Ausrüstungsgegenstände bereitgestellt. Nach vollständiger in Eigenleistung ausgeführter Reparatur des Fahrzeuges wurde dieses ab Juni 1961 in dienst gestellt und diente bereits am 6. Oktober 1961 beim Ablöschen eines Scheunengroßbrandes im Ort Weißig bei Dresden. Die FFw Bühlau entwickelte sich kurzzeitig zu einer anerkannten
und gut ausgebildeten Freiwilligen Feuerwehr. Sowohl der Personalbestand als
auch die Ausrüstung und Technik wuchs ständig. Der Verantwortungsbereich wurde
stark erweitert und die Sachkenntnis über Detailfragen des Brandschutzes erhöht.
Schon im Jahr 1961 wurden 60 Brandschutzkontrollen in Betrieben, Gaststätten,
Schulen und Kindergärten durch einen Personalbestand von 20 Kameraden
durchgeführt. Weiterhin wurden Sicherheitskontrollen im Operettentheater Leuben
vor und während der Aufführung durchgeführt, was auch derzeit noch im 6-
wöchigen Rhythmus jeweils für Vorstellungen innerhalb einer Woche stattfindet.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 5. Die 70er und 80er Jahre | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aus dem Jahresbericht geht hervor, dass sich die Freiwillige Feuerwehr Bühlau
zu einer in der Stadt Dresden anerkannten und führenden Einsatzabteilung
qualifiziert hat, die auch über eine Tageeinsatzgruppe verfügt. Die
Ausrückezeit, d.h. die Zeit von der Alarmierung bis zum Verlassen des
vollständig ausgerüsteten und mit einer Einsatzgruppe besetzten Fahrzeuges aus
der Fahrzeughalle, betrug jederzeit, auch nachts, nur ca. 2 - 3 Minuten. Neben
den Hilfeleistungen, Einsätzen, Schulungen, Sicherheitsdiensten im
Operettentheater Leuben wurde von den Kameradinnen und Kameraden monatlich 2
Ausbildungsdienste und eine Alarmübung durchgeführt. Für letztere
Ausbildungsvariante wurden Schwerpunktobjekte im Ausrückebereich des Ortes
gewählt wie Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Betriebe, Geschäfte,
Gaststätten, Objekte aus Land- und Viehwirtschaft, der Dresdner Heide mit
forstwirtschaftlichen Betrieben oder Krankenhauseinrichtungen der Dresdner
Ortsteile Oberloschwitz und Weißer Hirsch. Die Organisation zur Durchführung
dieser Übungen und Ausbildungen lag über 20 Jahre in den Händen von Kamerad
Siegfried Däbritz in seiner Funktion als Ausbildungs- und Schulungsleiter.
Darüber hinaus wurden an den von der Stadt Dresden zugewiesenen
Schwerpunktobjekten oft auch gemeinsam mit den Freiwilligen Nachbarfeuerwehren
des Wirkungsbereiches Dresden Ost 1 Übungen durchgeführt. In der Leitung des Wirkungsbereiches arbeiteten langjährig die Bühlauer Kameraden Herbert Illgen, Werner Müller und Wolfgang Woidt. Dazu kamen die jährlichen Überprüfungen durch die Leitungen des Wirkungsbereiches und der Berufsfeuerwehr, der durchzuführenden Wettkämpfe im Kreis- und Bezirksmaßstab und hunderte Brandschutzkontrollen in den Wohnbereichen Bühlaus. Hier machte sich insbesondere der Kamerad Hort Schmoll verdient. Das Ergebnis der Massenkontrollen wirkte sich stark auf die Brandsicherheit im Ort aus. Brandschutzmäßige Missstände konnten beseitigt werden und die Bereitschaft der Einwohner zu einem brandschutzgerechten Verhalten in den Wohnstätten wuchs. Weiterhin war die Wehr an den jährlichen Wohnbezirks- und Sportfesten oder an Schul- und Kindergartenveranstaltungen, z.B. "Tag der offenen Tür" aktiv durch Vorführübungen, Brandschutzkontrollen und Brandwachen sowie Ausstellungen von Feuerwehrtechnik und Ausrüstungsgegenständen beteiligt. Für all diese Vorbereitungen und die eigenen Schulungen der Kameraden reichten die monatlichen zwei Diensten mit je 2 - 3 Stunden nicht mehr aus, zumal dazu noch die notwendigen Ausbildungen der neu gegründeten Gruppen der Feuerwehrkameradinnen und der Jungen Brandschutzhelfer kamen. Weiterhin waren eine enorme Anzahl von Eigenleistungen bei der Durchführung von Reparaturen am Fahrzeug, an Geräten und Ausbildungsgegenständen zu erbringen, um die Einsatzbereitschaft jederzeit zu gewährleisten. Deshalb wurden gezielt Sonderdienste für Veranstaltungen außerhalb des planmäßigen Feuerwehrdienstes eingerichtet. Mit der Zunahme des Personalbestandes und der Vervollkommnung der Feuerwehrtechnik machte sich nach weiterer Zusprache von Räumlichkeiten im Gerätehaus durch die Stadt Dresden Ende der 70er Jahre ein umfangreicher Umbau des Gerätehauses zwecks Erweiterung erforderlich. Dazu waren ebenfalls erhebliche freiwillige Eigenleistungen zu erbringen. Von der Vielfalt der Einsätze, Hilfeleistungen und Ausbildungen sind in einer Übersicht auszugsweise wesentliche Aktivitäten aufgeführt.
Die Besetzung der Leitungsfunktionen und Spezialkräfte über zwei Jahrzehnte zeigt eine weitere Zusammenstellung.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 6. Die Entwicklung und Aktivitäten der Wehr bis zur Gegenwart | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Die im vorhergehenden Abschnitt beschriebenen Aktivitäten des
Personalbestandes der FFw Bühlau, für eine zu jeder Zeit einsatzfähigen Gruppe,
setzte sich mit wenigen Änderungen in den Jahren nach der Wende bis zum heutigen
Tag fort. Die Schwerpunktobjekte im Ausrückebereich waren nunmehr den neuen
Brandschutzanforderungen anzupassen, die eigene Ausbildung und Schulung der
Kameradinnen und Kameraden musste deshalb erweiterte und vervollständigt werden.
Die Aus- und Weiterbildungsdienste werden mit eigener Technik zweimal monatlich
im Gerätehaus Bühlau oder in dem neu eingerichteten Ausbildungszentrum der
Feuerwache 2 in Übigau durchgeführt. In dieser modernsten Ausbildungsstätte
Deutschlands können beispielsweise Atemschutztraining auf einer Teststrecke und
Rettungsübungen an einem Steigerturm durchgeführt oder in einem "Brandhaus"
Brandeinsätze simuliert werden. Erfahrene Kameraden der Berufsfeuerwehr, zu
denen gute kameradschaftliche Kontakte bestehen, unterstützen die Ausbildung in
vorbildlicher Weise. Die Alarmierung der Einsatzgruppe erfolgt über persönliche Funkalarmempfänger der Kameraden, weswegen die Sirenenalarmierung eingestellt wurde. Die neue Technik erfordert nicht nur höhere Sachkenntnis, sondern vor allem auch größere Räumlichkeiten im Gerätehaus. In ca. 6000 Arbeitstunden wurde ein genereller Hallenumbau in Eigenleistung verwirklicht, so das zwei gut ausgerüstete Löschfahrzeuge in einer Halle Standplätze fanden. Damit können bei Alarmierung jetzt zwei Einsatzgruppen gleichzeitig zum Einsatzort ausrücken. In die Umbaumaßnahmen wurden auch Erweiterungen der Schulungs- und Ausbildungsräume sowie der Sanitäreinrichtungen einschließlich einer kleinen Versorgungsküche einbezogen. Die derzeitige Mitgliederzahl besteht aus 40 Kameradinnen und Kameraden sowie 10 Jugendlichen innerhalb der Jugendfeuerwehr (Stand 2007). Die Einsatzbereitschaft ist tags wie nachts jederzeit gewährleistet. Ein Höhepunkt in der Geschichte der FFw Bühlau war die durch den Pfarrer der Bühlauer Michaelskirche, Herrn Dr. Mattias Krügel, zelebrierte Weihe der neuen Feuerwehrfahne am 10. Oktober 1998. In einem festlichen Gottesdienst wurde die Fahne nach der Weihe der Gemeinde in Anwesenheit des Landtagspräsidenten Sachsen, Herrn Erich Iltgen, des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Dresden, Herrn Dr. Herbert Wagner, des Ortsamtsleiters Loschwitz, Herrn Peter Rauch, der Stadträtin Dresdens, Frau Christa Müller, des Direktors der Feuerwehr Dresden, Herrn Rolf Gretzschel, des Vorsitzenden des Stadtfeuerwehrverbandes Dresden e.V., Herrn Bl. Klaus- Karsten Kirchhöfer und weiterer Persönlichkeiten benachbarter Feuerwehren, durch den Wehrleiter der Bühlauer Feuerwehr, Kamerad Obm. Ulrich Thielemann, vorgestellt.
Der Oberbürgermeister, der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes Dresden
e.V., der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Pillnitz und Frau Stucke von der
Fahnenstickerei Stucke in Kottengrün/ Vogtland, schmückten abschließend die
Fahne mit Fahnenschleifen. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 7. Von den "jungen Brandschutzhelfern" zur Jugendfeuerwehr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das Interesse für Feuerwehrautos und ihrer Technik findet besonders bei
Kindern großen Anklang. Ständig waren Kinder und Jugendliche in unmittelbarer
Nähe, wenn die Bühlauer Feuerwehr Übungen und Hilfeleistungen durchführte oder
zu Einsätzen ausrückte. So
kam es 1963 unter der Obhut der Kameraden Kurt Illgen und Werner Hofmann zur
Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe in der FFw Bühlau. Die ersten 8 Kinder
im alter von 8 - 10 Jahren wurden mit brandschutzgerechtem Verhalten vertraut
gemacht. Die Technik und Ausrüstung die zu Verfügung gestellt werden konnte,
bestand aus einer Tragkraftspritze TS 3 mit Hänger, aus Schlauchmaterial und
nötigen Wasseramaturen sowie einigen Kleingerät. Nach relativ kurzer Zeit
konnten damit schon erste Übungen durchgeführt werden. Bereits 1965 betrug die Anzahl der Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren 16 bis 25. Das Interesse bei der Gruppe für die Feuerwehr wuchs dank der guten Ausbildung zunehmend. Der Lehrplan innerhalb der Schulausbildung beinhaltete Arbeitsgemeinschaften der verschiedensten Art. So kam es auch, dass die Leitung der Bühlauer Schule, die für diese Brandschutz- Kindergruppe schon seit geraumer Zeit Interesse zeigte, im Jahr 1970 diese als Arbeitsgruppe "Junge Brandschutzhelfer" übernahm. Das hatte den besonderen Vorteil, dass eine finanzielle Unterstützung für die Ausbildung und Ausrüstung erfolgen konnte. Die Kinder wurden mit Schutzanzügen und Helmen eingekleidet. Für gute Ergebnisse bei der feuerwehrpraktischen Ausbildung konnte zu gegeben Anlässen Urkunden, Bücher oder Prämien vergeben werden. Die Ausbildung und Schulung war weiterhin nebenschulisch organisiert und wurde von Kameraden der FFw Bühlau übernommen. Sie war inzwischen so weit fortgeschritten, dass ab 1975 eine Teilnahme an Feuerwehrkampfsportveranstaltungen angemeldet werden konnte. Nach eifrigen Arbeiten in Trainingstunden konnte die Gruppe bei verschiedenen Feuerwehrdisziplinen bald erste und zweite Plätze erkämpfen. Es folgten Auszeichnungen mit der goldenen "Eins" im Feuerwehrsport. Die nun sehr qualifizierte Gruppe wirkte nach weiterer Ausbildung in der Öffentlichkeit. Beispielsweise wurde innerhalb des Vorbeugenden Brandschutzes Kontrollen auf diesem Gebiet in der Schule durchgeführt. weiterhin war es durch die gute Arbeit dieser Gruppe möglich, Erfahrungsaustausche und Beziehungen zu anderen Gruppen aufzunehmen. So entstand die Patenschaft zu Zella Mehlis in Thüringen. Die Teilnahme an gemeinsamen Feuerwehrsportausscheiden, der Besuch von Sehenswürdigkeiten und Museen waren neben einem Erfahrungsaustausch Inhalt von mehrtägigen Zusammenkünften. Kurz nach der Wende 1989/90 entstand eine weitere Patenschaft, die mit ähnlichen Aktivitäten zwischen Bühlau und Schwalmstadt- Treysa abgeschlossen wurde. Einer der Höhepunkte waren die Begegnungen von Jugendfeuerwehrkameraden in Treysa. Zu gegebener Zeit war es möglich, die 16jährigen Brandschutzhelfer auf eigenen Wunsch in die FFw Bühlau als Feuerwehrkameraden zu übernehmen. Das Ausbildungsniveau dieser Jugendlichen war Dank ihres langjährigen Ausbilders, Werner Hofmann, so hoch, dass nach wenigen zusätzlichen Stunden eine sofortige Aufnahme im aktiven Feuerwehrdienst gegeben war. Im Laufe der Zeit entwickelten sich einige Kameraden zu führenden Feuerwehrmännern der FFw Bühlau und sind noch heute im Dienst tätig. Einige nahmen sogar als gut ausgebildete Feuerwehrleute die Arbeit in den Berufsfeuerwehren der Städte Dresden und Berlin auf. Nach der Wende wurde die Arbeitsgruppe "Junge Brandschutzhelfer" in die "Jugendfeuerwehr" übernommen, die bis 2008 von der Kameradin Christine Beetz und ihren fleißigen Helfern mit großem Erfolg geleitet wird. Seit März 2008 ist Martin Hickmann neuer Jugendfeuerwehrwart! Alle Kinder und Jugendlichen sind der Vorschrift entsprechend modern eingekleidet und führen ihre Ausbildung und Übung vorwiegend an den beiden Feuerwehrfahrzeugen und in eigenen Räumlichkeiten durch. ![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 8. Die ehrenamtliche Arbeit unserer Frauen in der FFw Bühlau | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Was zu Gründerzeiten der FFw Bühlau noch völlig indiskutabel war, wurde am
22. August 1969 in Bühlau Wirklichkeit. Es machte sich dringend erforderlich, in
der Freiwilligen Feuerwehr Bühlau eine Frauenlöschgruppe zu gründen, um
insbesondere die anstehenden Aufgaben im Vorbeugenden Brandschutz zu erfüllen.
Nur die Freiwilligen Feuerwehren konnten gute und sehr gute Ergebnisse auf allen
Gebieten erzielen, die unter anderem auch auf eine im Brandschutz wirksame
Frauenlöschgruppe verweisen konnte. Dieses anspruchsvolle Ziel stellte sich die
damalige Bühlauer Wehrleitung. Durch mehrere Gespräche des damaligen Wehrleiters
Werner Hölzel mit den Ehefrauen der Kameraden erklärten sich 10 Frauen zur
Mitarbeit in der Wehr bereit.
Zu diesen Gründungsmitgliedern, den ersten aktiven Kameradinnen, gehörten
Brigitte Däbritz, Annemarie Hofmann, Edith Hölzel, Gerda Fleischer, Ulla
Furkert, Rosemarie Jacob, Monika Thielemann, Traudel Trepte, Gudrun Vogt und
Ursula Woidt.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 9. Fahrzeuge von 1901 bis 2007 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 10. Die Wehrleiter von 1901 bis 2010 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: Bm. Siegfried Däbritz Chronik: Obm Herbert Illgen Quelle: Festschrift 2001 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||